01/12 Schweigen - Editorial

Über das Schweigen zu reden oder zu schreiben, erscheint auf den ersten Blick als Paradoxon, sind wir nicht gerade in der (Geistes-)Wissenschaft auf den Diskurs, auf Sprache als Ausdruck der Welt angewiesen. Macht oder einfach nur zwischenmenschliche Interaktionen scheinen häufig nur noch sprachlich vermittelt vorstellbar. Wenn das Thema Schweigen zum Forschungsgegenstand wird, dann bleibt Sprache zwar notwendigerweise Teil der Welt, sie wird aber relativiert und keinesfalls mehr als ihr übergeordnet gesehen; Körperlichkeit und Leiblichkeit als Aspekte der Intersubjektivität und des sozialen Handelns gewinnen an Bedeutung. Das Thema Schweigen geht körperlich nahe, es erinnert daran, dass wir selbst nicht nur denkend, sondern uns mit allen Sinnen in der Welt bewegen.

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01/12 Schweigen - Inhaltsverzeichnis

Elisabeth Katschnig-Fasch (1947-2012)

 

 

 

„www.wir-sind-nicht-[st]umm.de“
Deutsche Gebärdensprache, Differenzmarkierungen und Zugehörigkeiten
Anja Kittlitz

 

 

Madonna im Heiligen Land
Die Lehren der Kabbalah zwischen Geheimnis und Popkultur
Jacques Picard

 

 

 

Volkskunde zwischen Wien und Norwegen
Lily Weiser-Aall (1898–1987)
Dunja Sporrer

 

 

 

Der Dermatologe in der U-Bahn
Über Schweigegebote
Daniel Habit

 

 

 

„Bitte erheben Sie sich zur Schweigeminute!“
Stille als auditiver Gegensatz zur Normalität des Lärms im Fußballstadion
Stefan Hebenstreit

 

 

 

„Das war kein Thema, wir hatten keins“
Familiäre Praktiken des Schweigens zu Geld
Gisela Unterweger

 

 

 

[…] man ist halt still gewesen
Vom Schweigen privater Beherbergerinnen
zur Vielstimmigkeit des Nicht-Diskursiven?
Martina Röthl

 

 

 

Vom unmöglichen Schweigen der Unterwasserwelten
Ein zwei- und dreidimensionaler Besuch im klingenden Sea Life Aquarium
Susanne Schmitt