2/05 Nachkommen Leseprobe

Gerlinde Malli, Diana Reiners, Gilles Reckinger
Marginal, widerständig, verwaltet
Einblicke in die Lebensrealitäten der Grazer Punkszene


Der Hauptplatz der Stadt Graz, zwischen Rathaus und Erzherzog-Johann-Denkmal, ist der Stammplatz einer jugendlichen Randgruppe, deren Kleidungsstil und Auftreten sie als "Punks" erkennbar zu machen scheint. Grellgefärbte Dreadlocks, Irokesenschnitt, weite Armeehosen und Springerstiefel, zerfetzte Shirts, Kapuzenpullover, Ketten und Nietengürtel - auf den ersten Blick die Attribute eines subkulturellen Stils dieser Szene von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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2/05 Nachkommen Inhaltsverzeichnis

Ina-Maria Greverus
Übersetzen oder:
wie lösen KulturanthropologInnen das Problem des Fährmanns?

Michaela Wolf
Übersetzung als „Brücke zwischen Kulturen“?
Ein Plädoyer für die Sicht von Übersetzung als Beitrag zur Konstruktion von Kulturen
 
Maria Nicolini
Übersetzen: Kuckuck sucht Nest
Notate zu den SpracheBemühungen im Forschungsprogramm
“proVISION_Vorsorge für Natur und Gesellschaft”
 
Helge Gerndt
Karikaturisten als Übersetzer?
 
Sebastian Keller
Vom Tankobon zum Taschenbuch
Metamorphosen des Manga im Westen
 
Lutz Hengst
Rolle rückwärts
Wie Retrotrends populärkulturelles Erbe in die Gegenwart übertragen helfen
 
Sarah Jurkiewicz
Professionelle Halfies
Al-Jazeera Korrespondenten in Europa
 
Angela Moré
Gefühlserbschaften
Die verborgene Sprache zwischen den Generationen
 
buchkuck
Judith Laister
Prinzip Lattenzaun

2/05 Nachkommen Editorial

Die Kuckuck-Redaktion interessierte sich mit diesem Thema für die kulturellen und sozialen Aspekte des Begriffs Nachkommen und im umfassenden Sinn - von den jüngeren Debatten über die im Zweiten Weltkrieg geborene Generation bis zu(m) Erben, von politischen Fragen der Generationengerechtigkeit bis zur wer weiß wievielten Generation von Punks, vom Erinnern bis zur religiösen Praxis der Nachkommen.

 
Eingeleitet wird das Heft von dem sehr persönlichen Versuch einer Eigenethnografie, wie Anita Niegelhell das genannt hat. Ausgehend von eigenen familiären Erfahrungen des Umgangs mit dem potentiellen Erben und den damit verbundenen symbolischen Praxen, auf die uns Ulrike Langbein so eindrücklich hingewiesen hat, diskutiert sie die Probleme einer räumlich wie intellektuell mobil gewordenen Gesellschaft, die (vermeintlich) klassische Formen des Vererbens und Erbens nicht mehr gestatten.
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