Trash bezeichnet Abfall, Müll und Weggeworfens. Die Reste einer kapitalistischen Ausschussgesellschaft und scheinbar unnütze (Neben)Produkte von Produktion und Konsum werden häufig übergangen oder durch Verdrängung und Verlagerung unsichtbar gemacht. Vor dem Hintergrund des Anthropzäns und Kapitalozäns wird die Bedeutung  von trash auch wissenschaftlich (wieder)entdeckt. Gleichzeitig meint trash auch Plunder, Schund: Egal, ob in Form von Druckerzeugnissen, auf Ton- oder Datenträgern, Audio- oder Videostreamingplattformen, in Film, Fernsehen, Literatur oder in der Welt der Mode, des Spielens und des Spielzeugs: als trash oder trashig deklariert werden gemeinhin (kulturelle) Artefakte, denen Primitivität, Banalität oder eine gewisse inhaltliche Trivialität anhaften sollen. Durch das Sammeln, Klassifizieren, Parodieren, Aneignen, Umformen, Spielen und/oder wiederkehrende Mode- und Trenderscheinungen kann trash jedoch eine (ungeahnte) Wertigkeit zukommen, welche es von (vermeintlich) anderem „Schlechten" qualitativ zu unterscheiden vermag. Ein analytischer Blick auf Objekteigenschaften in Verbindung mit der Produktions- und Rezeptionsgenese kann daher lohnen, um trash jenseits hoch- und populärkultureller Konzepte verstehbar und – für kulturwissenschaftliche Zugänge – greifbar zu machen.

Wir freuen uns auf (historisch-)empirische, essayistische, künstlerische wie konzeptionelle Beiträge zu trash. Um elektronische Einreichung der Abstracts bitten wir bis zum 18.09.2022 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Abgabedatum für ausgewählte Beiträge ist der 30. Januar 2023.